Kreativität in der Forschung geht aus dem Spannungsverhältnis zwischen Originalität und wissenschaftlicher Relevanz hervor. Grundsätzlich ist Wissen ein Ausgangsstoff, der sich bei Gebrauch vermehrt. Für Forscher ist dabei Phantasie wichtiger als bisheriges Wissen. Unter Phantasie wird die Fähigkeit verstanden, Elemente des Gedächtnisses sinnlich-anschaulich neu zu kombinieren beziehungsweise zu neuen Vorstellungen und Gedankenverknüpfungen weiterzuentwickeln. Bildung sollte vor allem das Umgehen mit Wissen und seinen Veränderungen, Offenheit für Neues - und eben Phantasie fördern. Kreativität verbindet Neuheit und Anschlussfähigkeit miteinander. Auf Wissenschaft übertragen heißt das, dass Forschungsleistungen dann als kreativ gelten, wenn sie sowohl neu und originell sind als auch anschlussfähig und relevant sind. Entscheidend ist hierbei, dass Neuheit und Anschlussfähigkeit in einem Spannungsverhältnis zueinander stehen. Denn nicht alles, was neu ist, ist anschlussfähig. Das Neue in der Forschung erfordert oftmals erhebliche Bemühungen, die scientific community von seiner wissenschaftlichen Relevanz zu überzeugen.

Thomas Heinze/Heinrich Parthey/Günter Spur/Rüdiger Wink (Hrsg.)
Kreativität in der Forschung
Wissenschaftsforschung Jahrbuch 2012
ISBN 978-3-86573-693-2
266 S. 36,00 EUR. 2013

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