Vor dem Hintergrund der politischen und historischen Entwicklung Argentiniens zeigt der Kölner Historiker Stefan Rennicke in einer detaillierten Analyse, wie sich Siemens im argentinischen Markt etablierte und zu einem der wichtigsten Unternehmen im Land wurde. Der Autor geht in seiner Untersuchung der Frage nach, welche Entwicklungsstadien die Auslandsniederlassung durchlief, und inwiefern die wechselvollen weltgeschichtlichen Geschehen sowie die schwer vorhersehbaren innenpolitischen Entwicklungen des lateinamerikanischen Staates besondere Herausforderungen für den Aufbau des Unternehmens darstellten. Erstmals gelingt es zu zeigen, wie ein deutsches Unternehmen durch Kapitaltarnungen die Marktposition zu sichern suchte und mittels Importen über neutrale Drittstaaten die alliierten Boykottmaßnahmen während des Zweiten Weltkriegs umging. Letztendlich nutzte es nichts: am 7. September 1945 wurde der gesamte Siemensbesitz von der argentinischen Regierung beschlagnahmt.

Stefan Rennicke
Siemens in Argentinien. Die Unternehmensentwicklung vom Markteintritt bis zur Enteignung 1945
ISBN 10: 3-86573-027-2
ISBN 13: 978-3-86573-027-5
248 S. 30 EUR. 2004 (Diss.)

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Ziel der Untersuchung
Forschungsstand
Literatur
Quellen

INTERNATIONALISIERUNG DES SIEMENSGESCHÄFTS UND MARKTEINTRITT IN ARGENTINIEN . . . . . 31
1. Siemensgeschäftsbereiche
1.1 Schwachstrom
1.2 Starkstrom
2. Konzentrationsprozesse der deutschen Elektroindustrie
3. Gesellschaftsentwicklung
3.1 Allgemeine Electrictäts Gesellschaft (AEG)
3.2 Siemens
3.2.1 Auslandsmärkte
3.2.2 Organisation des Überseegeschäfts
4. Lateinamerika als potenzieller Absatzmarkt. Das Beispiel Argentinien
4.1 Argentiniens Wirtschaftsentwicklung
4.2 Technischer Fortschritt
4.2.1 Eisenbahnen
4.2.2 Telegrafie
4.2.3 Stadtentwicklung und städtisches Leben
4.3 Deutsch-Überseeische Elektricitätsgesellschaft (DUEG)
4.3.1 Gründung und Geschäftsaufnahme
4.3.2 Monopolisierung der Stromerzeugung in Buenos Aires
4.3.3 Trennung des Stromerzeugungs- vom Straßenbahngeschäft
5. Markteintritt und Unternehmensentwicklung bis zum Ende des Ersten Weltkriegs
5.1 Markteintritt von Siemensprodukten
5.2 Systematische Bearbeitung des argentinischen Marktes
5.2.1 Produktvertrieb durch eine Generalvertretung
5.2.2 Auftragslage
5.2.3 Gründung der ersten argentinischen Siemensvertretung
5.2.3.1 Erste wirtschaftliche Erfolge
5.3 Telefunken
5.4 Erster Weltkrieg
5.4.1 Ausgangssituation
5.4.2 Überleben im Markt
6. Verlauf des Evolutionspfads bis zum Ende des Ersten Weltkriegs

ZWISCHENKRIEGSZEIT - AUSBAU UND DIVERSIFIZIERUNG DER GESCHÄFTSBEREICHE . . . . . 73
1. Wirtschaftliche Ausgangssituation nach dem Krieg
1.1 Siemensauslandsgeschäft
1.2 Kriegsauswirkungen auf die lateinamerikanischen Absatzmärkte unter besonderer Berücksichtigung Argentiniens
1.3 Deutsch-argentinischer Handelsaustausch bis zur Weltwirtschaftskrise - ein Überblick
2. Siemens bis zur Weltwirtschaftskrise
2.1 Gründung der Compañía Platense de Electricidad Siemens-Schuckert S.A.
2.2 Marktspezifische Nachkriegsprobleme
2.3 Erste Nachkriegsprojekte
2.3.1 Transradio Internacional Compañía Radiotelegráfica Argentina S.A.
2.3.2 Comodoro Rivadavia
2.4 "Goldene Zwanziger" - Gründung von Tochter- und Beteiligungsgesellschaften
2.4.1 Siemens Bauunion Compañía Platense de Construcciones
2.4.2 INAG-Fábricas Reunidas de Utiles Sanitarios S.A.
2.4.3 Compañía Internacional de Teléfonos S.A. (CIT)
2.4.4 Sociedad Electro Metalúrgica Argentina S.A. (SEMA)
2.4.4.1 Gründung
2.4.4.2 Entwicklung
3. Die Weltwirtschaftskrise
3.1 Wirtschaftliche Rezession - Politischer Wechsel
3.2 Vertriebsstruktur und Ausbau des Filialsystems
4. Dreißiger Jahre
4.1 Wandel in den Außenhandelssystemen
4.2 Vorkriegsjahre (1933-1939)
4.2.1 25-jähriges Bestehen der Niederlassung
4.2.2 Beteiligungsgesellschaft Osram S.A.
4.2.3 Bauaufträge Argentinien
4.2.4 Bauaufträge Uruguay
5. Verlauf des Evolutionspfads bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs

ZWEITER WELTKRIEG - MECHANISMEN DES ÜBERLEBENS UND UNTERNEHMENSENTEIGNUNG . . . . . 155
1. Aufrechterhaltung der Geschäftsabläufe
1.1 Umstellung auf Produktion
2.1 Rüstungsgeschäfte
3.1 Substitution ausbleibender Importe am Beispiel der INAG S.A.
3.1.1 Schwedens Rolle bei der Organisation von Exporten
3.1.2 Wilhelmsendungen - Exporte von Schweden nach Argentinien
2. Schutz und Zerfall der Unternehmensstruktur
2.1 Kapitaltransaktionen
2.1.1 Überschreibung der Firmenanteile in die Schweiz
2.1.2 Investitionen in argentinische Betriebe
2.1.3 Telefongesellschaften
2.2 Direktoriumszusammensetzungen
2.3 Intervention und Beschlagnahme
Schlussanalyse
1. Verlauf des Evolutionspfads unter Berücksichtigung der ex- und internen Einflussfaktoren
2. Maßnahmen und Mechanismen zur Sicherung der Kontinuität des Unternehmens

Verzeichnis der Quellen und Literatur . . . . . 231
Ungedruckte Quellen
Gedruckte Quellen
Literatur