Zwei große Tagebuchreihen stehen im Mittelpunkt der Analyse. Victor Klemperer, Romanist deutsch-jüdischer Herkunft, blieb während des Dritten Reiches in Deutschland und betrachtete die Ereignisse von innen; Thomas Mann fuhr 1933 in die Schweiz, von da aus 1938 in die USA und setzte seine Diarien im Exil fort. Es gibt keine anderen Tagebücher in der deutschen Literatur, die über eine so lange Zeit regelmäßig geführt worden sind wie diese. Tag für Tag hielten sie in ihren Tagebüchern die politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Ereignisse in dieser Zeit fest. Kornélia Papp |
|
0. Einführung ..... 11
0.1. Forschungsstand
0.2. Das Tagebuch
0.3.1. Verspätete Rezeption der Tagebücher von Klemperer
0.3.2. Die Herausgabe der Tagebücher von Thomas Mann
0.4. Die Rezeption der Radioreden von Thomas Mann
0.5. Die Rezeption von Victor Klemperers LTI
0.6. Annäherung an das Thema - "Wahlverwandtschaften"
0.7. Zweierlei Antifaschismus
0.8. Das Gepräge des Zeitzeugen
0.9. Die politischen Ansichten von Thomas Mann - Deutschland in der Weimarer Zeit
0.10.1. Emigration aus Deutschland
0.10.2. Die Exilpresse
0.11. Klemperer: Ein assimilierter Jude in der Weimarer Republik
Erster Teil - Der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg anhand der Tagebuchaufzeichnungen von Thomas Mann und Victor Klemperer
1. Die Machtübernahme Hitlers Das deutsche Volk empfängt Hitler Kämpfe hinter den Kulissen ..... 51
2. Der Reichstagsbrand
3. Die Beseitigung der Kommunisten
4. Der totale Staat baut sich aus - Fortsetzung der Gleichschaltung: Gewerkschaften, Kirchen und der Röhm-Putsch
4.1. Gleichschaltung der sozialdemokratischen Presse
4.2. Die Gewerkschaften gehören ebenfalls der Vergangenheit an
4.3. Die Kirche - ein Stolperstein im Prozess der Gleichschaltung
4.4. Abrechnung im Parteiinnern
5. Das Hitler-Bild von Thomas Mann und Victor Klemperer
6. Das LTI - Die Sprache des Dritten Reiches
6.1. Die Entstehung des LTI
6.2. Überlegungen zur Sprache der Diktaturen
6.3. Der Wortschatz des Dritten Reiches - Klemperers "LTI". Eine Analyse
6.4. Fazit
7. Roter Faden in den Tagebüchern von Thomas Mann und Victor Klemperer - Eine Zwischenbilanz
8. Bruch mit Hitlerdeutschland - und die Reaktionen
9. Nationalsozialistische Propaganda gegen die Juden
9.1.1. Gleichschaltung des wissenschaftlichen Lebens
9.1.2. Bücherverbrennungen
9.2.1. Wirtschaftliche Maßnahmen gegen die Juden
9.2.2. Berufsverbote gegenüber den Juden - die Anfänge der Rassengesetze
9.2.3. Die Wirkung der Propaganda in Deutschland und im Ausland
9.3.1. Die Olympischen Spiele
9.3.2. Nach der Olympiade
9.4.1. Nationalsozialistische Kunstpropaganda - "Der ewige Jude", die "Entartete Kunst" und der Film "Jud Süß"
9.4.2. Die Reichskristallnacht und die darauffolgenden Maßnahmen
9.5. Auswanderungsgesetze - Klemperers Entschluss
9.6. Neue Demütigung der Juden
9.7. Acht Tage in der Haft
9.8.1. Der Einzug ins Judenhaus
9.8.2. Das erste Judenhaus
9.8.3. Ein Abstecher - Umzug, der "Judenstern" wird eingeführt
9.8.4. Das zweite Judenhaus
9.8.5. Das dritte Judenhaus
10. Deutscher Staatsbürger "mosaischen Glaubens" - Klemperers Identitätsbehauptung
11. Die Wahrnehmung der Konzentrationslager bei Mann und Klemperer
12. Alltag im Dritten Reich
12.1. Die Unterscheidungen der Juden durch die Flagge
12.2. Feierveranstaltungen im Dritten Reich
12.3. Wirtschaftlich-soziale Einrichtungen
12.4. Weitere wirtschaftliche Einschränkungen - Klemperers wirtschaftlicher Ruin
12.5. Die Juden sind an allem schuld - wie lange noch?
13. Die Verschwörungen gegen Hitler
14. Der Versuch, vom Ausland den deutschen Widerstand zu stärken: Die Radioreden von Thomas Mann
14.1. Propaganda der Westalliierten
14.2. Die Entstehung des BBC-Vorhabens
14.3. Zwei Motive treffen aufeinander
14.4. Manns warnende Worte an das deutsche Volk
14.5. Die Relevanz der Radioreden Thomas Manns
14.6. Empfang der Reden
15. Das Ende des Grauens - Die Befreiung
Zweiter Teil - Zwischen den Stühlen: Tagebuchaufzeichnungen von Thomas Mann und Victor Klemperer aus der Nachkriegszeit
16. Pläne der Alliierten für die Bestrafung der Sünden der Nationalsozialisten ..... 213
16.1. Die plötzliche Ratlosigkeit der Alliierten
16.2. Das Rückwirkungsverbot
16.3. Der Nachrichtenfluss
17. Aufklärung der Zivilbevölkerung durch die alliierten Truppen
17.1. Aufklärungsarbeit der westlichen Alliierten
17.2. Aufklärungsarbeit der sowjetischen Truppen
18. Die Nürnberger Prozesse
18.1. Das Interesse in Deutschland
18.2. Die Beobachtung der Prozesse aus dem Ausland
18.3. Die Verteidigungsreden
19. Der Holocaust war doch erst gestern - bereits vergessen?
19.1. Kurzzeitgedächtnis - oder mit dem Gesicht nach einer besseren Zukunft
19.2. Langzeitgedächtnis der Deutschen - oder können die Juden doch noch gebraucht werden?
20. Juden im Nachkriegsdeutschland
20.1. Tendenzen in den ersten Nachkriegsjahren
20.2. Entschädigung der Juden im Ost-West-Vergleich
20.3. Stalinistischer Antisemitismus
20.4. Juden in den westlichen Besatzungszonen
21. Die Wahl des antifaschistischen Staates von Klemperer - Manns Abneigung gegenüber dem sowjetrussischen Kommunismus in der SBZ/DDR
21.1. Die Stellung Thomas Manns zur kommunistischen Ideologie
21.2. Klemperers Verhältnis zum Kommunismus
22. Die Frage der Remigration - Soll Thomas Mann zurückkehren?
23. Die sowjetische Besatzungszone - Ansichten über das "kleinere Übel"
24. Die Anfänge des Kalten Krieges
24.1. Die Besatzungsmächte lenken die politischen Prozesse in Deutschland
24.2. Das Parteileben blüht auf
24.3. Die Zuspitzung des Kalten Krieges
25. Das Leben in den Zonen
25.1. Einblick in die Zonen
25.2. Das kulturelle Leben in der sowjetischen Besatzungszone um 1947
25.3. Die Goethe-Feier
26. Die zwei Deutschlands entwickeln sich aneinander vorbei - oder was einem Leben noch übrig bleibt
27. Zusammenfassung
27.1. Das Gesprächsthema im Nachkriegsdeutschland
27.2. Der Ausgleich
28. Bilanz
Literatur ..... 287