Die Menschen reden ganz selbstverständlich über Berufspositionen, über die Bewohner von Villenvierteln oder Plattenbauten, über Junge und Alte mit diesen oder jenen Eigenschaften, die sie besser oder schlechter gestellt erscheinen lassen, und nicht selten sind die Oben und die Unten Gegenstand täglicher Konversation. Soziale Ungleichheit ist eine grundlegende Erfahrung menschlichen Zusammenlebens. Mit einem wissenssoziologischen Ansatz wird ein theoretisches Modell entwickelt, das erklärt, wie soziale Ungleichheit wahrgenommen werden kann. Dieses Modell wird anhand einer Befragung der Kölner Stadtbevölkerung empirisch überprüft. Es wird gezeigt, dass die Wahrnehmung sozialer Ungleichheit bestimmt wird von gesellschaftlichen Bedingungen, der Sozialisation und symbolischen Sinnwelten.

Christoph Biester
Determinanten der Wahrnehmung sozialer Ungleichheit. Sekundäranalyse einer Befragung der Kölner Stadtbevölkerung
ISBN 10: 3-86573-047-7
ISBN 13: 978-3-86573-047-3
155 S. 19,80 EUR. 2005


I Theorie . . . . . 1
1 Einleitung
2 Die Wahrnehmung sozialer Ungleichheit zwischen Ungleichheits- und Sozialstrukturforschung
2.1 Zentrale Begriffe und Fragen der Ungleichheitsforschung
2.1.1 Soziale Ungleichheit
2.1.2 Dimensionen sozialer Ungleichheit, Status und Mobilität
2.1.3 Theorien - Beschreibungen und Begründungen sozialer Ungleichheit
2.2 Zentrale Fragen der Sozialstrukturforschung
2.3 Zusammenfassung
3 Sozialpsychologische Konzepte der sozialen Wahrnehmung
3.1 Die Hypothesentheorie sozialer Wahrnehmung
3.2 Die Theorie sozialer Vergleichsprozesse
3.3 Die Theorie relativer Deprivation
3.4 Zusammenfassung
4 Wissenssoziologie
4.1 Von der Wahrnehmung zum Wissen
4.1.1 Biologische Voraussetzungen
4.1.2 Wissen, Erfahrung und Typisierung
4.2 Die Wirklichkeit sozialer Ungleichheit
4.3 Die objektive Wirklichkeit der Sozialordnung
4.4 Die subjektive Wirklichkeit der Sozialordnung
4.4.1 Primäre Sozialisation - Mitglied in der Gesellschaft werden
4.4.2 Sekundäre Sozialisation - Neue Wirklichkeiten
4.4.3 Versicherungsagenten der subjektiven Wirklichkeit und das Rattern der Konversationsmaschine
4.5 Die Determinanten der Wahrnehmung sozialer Ungleichheit
4.5.1 Der harte Kern
4.5.2 Die weiche Schale
4.5.3 Das Leistungsprinzip - Eine symbolische Sinnwelt breitet sich aus
4.6 Zusammenfassung
5 Untersuchungen zum Thema in Deutschland, Österreich und der Schweiz
5.1 Untersuchungen mit dem Schwerpunkt der Wahrnehmung sozialer Ungleichheit
5.2 Untersuchungen zur Wahrnehmung von Einkommensungleichheit
5.3 Die Wiedervereinigung - Anlass zur Untersuchung der Wahrnehmung sozialer Ungleichheit
5.4 Zusammenfassung
6 Zwischenergebnis und Hypothesen
6.1 Zwischenergebnis
6.2 Hypothesen

II Empirie . . . . . 84
1 Einleitung
2 Vorstellung der Daten
2.1 Untersuchungsdesign und Ergebnisse der Randauszählung
2.2 Beschreibung der verwendeten Fragen
2.3 Operationalisierung und Methoden
3 Ergebnisse der deskriptiven und bivariaten Analyse
3.1 Soziale Ungleichheit im Bewusstsein der Menschen
3.2 Soziale Ungleichheit - gedacht in Kategorien der Privilegierung und Benachteiligung
3.3 Die Einschätzung der eigenen sozialen Position im gesellschaftlichen Ungleichheitsgefüge
3.4 Die Beschreibung gesellschaftlicher Gruppen in Abhängigkeit von der Einschätzung der eigenen gesellschaftlichen Position
3.5 Selbstbeschreibung der Unter-, Mittel- und Oberschicht
3.5.1 Die Beschreibung höherer gesellschaftlicher Gruppen durch Angehörige der Unterschicht
3.5.2 Die Beschreibung niedriger gesellschaftlicher Gruppen durch Angehörige der Oberschicht
3.5.3 Zusammenfassung
4 Ergebnisse der multivariaten Analyse
5 Fazit und Ausblick
5.1 Fazit
5.2 Ausblick

6 Anhang . . . . . 123
6.1 Fragen zur Wahrnehmung und Legitimation sozialer Ungleichheit
6.2 Auszug aus dem Kodeplan für die offenen Fragen
6.2.1 Kodierung der Frage 14
6.2.2 Kodierung der Frage 17
6.3 Ergänzende Informationen zu den Ergebnissen der multivariaten Analyse
6.3.1 Häufigkeiten Frage 19 und 24
6.3.2 Das Kaiser-Meyer-Olkin-Kriterium

7 Literatur . . . . . 133

8 Tabellenverzeichnis . . . . . 143